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28.02.2003
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Parteibuch für Hitler?
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Diskussion um „Hitler“-Test: Fassungslosigkeit und Entsetzen Schwerin (dv). Der unumstößliche, der dokumentierte Beweis, den Rainer Popp mit seinem berühmten und weltweit veröffentlichten „Hitler“-Test erbracht hat, stieß bei den Zuhörerinnen und Zuhörern im Schweriner Freien Theater Studio TIK zunächst auf tiefe Ungläubigkeit, dann jedoch auf eine Gefühlsmischung aus Unfaßbarkeit und blankem Entsetzen.
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www.proggo.net Das SchwerinerJugendprojekt "PROGGO" lud zur Podiumsdiskussion ein Foto: © 2003 Anton

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Niemand hätte es für möglich gehalten,
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niemand hätte es den Parteien in Deutschland zugetraut, so lautete das einhellige Echo der Podiumsdiskussion, daß jemand Mitglied bei der SPD, der CDU, der CSU, der FDP und beim Bündbis90 /Die Grünen werden kann, der sich unter Verwendung von menschenverachtenden Hitler-Zitaten um ein Parteibuch beworben hat. Besonders die jungen Menschen, die sich intensiv an der Aussprache beteiligten, waren darüber schockiert, daß Bundesrat, Bundestag und Bundesregierung einerseits beim Bundesverfassungsgericht einen Verbotsantrag gegen die rechtsradikale NPD eingereicht haben, auf der anderen Seite einen verbrecherischen Diktator und Massenmörder wie Adolf Hitler, lebte er noch, mit einem herzlichen Hurra in ihren Reihen aufgenommen hätten.
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Der Stern berichtete: Parteibuch für Hitler

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Die große Besorgnis darüber, daß die Parteien, ohnehin in der Anhäufung von Finanzskandalen und kriminellen Machenschaften in Verruf geraten, durch den von Rainer Popp inszenierten Test in ihrem Ansehen zusätzlich schwer beschädigt worden seien, zog sich wie ein roter Faden durch die mehr als zweieinhalbstündige Veranstaltung. „Mein Vertrauen in die Parteien ist jetzt total zerstört“, äußerte sich ein siebzehn Jahre alter Gymnasiast.
Autor Rainer Popp („Karriere eines Komplotts“), der auf Einladung des Schweriner Jugendprojekts PROGGOnet an der Podiumsveranstaltung teilgenommen hatte, sah sich von einem Schüler dem Vorwurf ausgesetzt, er habe mit seinem „ Hitler“-Test eine Art Nestbeschmutzung betrieben und die deutschen Parteien aus der Sicht des Auslandes in ein extrem schlechtes Licht gerückt. „Der Eindruck über uns, den wir damit in aller Welt hinterlassen, muß verheerend sein“, hob er hervor. Dazu Rainer Popp: „Ich selbst hatte nie erwartet, daß es mir mit meinem Test gelingen würde, von allen Parteien aufgenommen zu werden. Ich war betroffen über das Ergebnis und ich bin es noch heute. Aber hätte ich die unfaßbare Wahrheit verschweigen und sie nicht an die Öffentlichkeit bringen sollen? Wir hätten dann nie erfahren, wie es bestellt ist um die politische Glaubwürdigkeit unserer Parteien, um die Demokratiefähigkeit unseres Landes und um die ethische Lauterkeit in uns selbst, die wir auf Sonntagsreden gegen einen aufkommenden Rassenhaß predigen, wir aber offensichtlich versagen, wenn es darauf ankommt, den immer wieder an allen Orten und bei vielen Versuchungen aufkeimenden Anfängen von Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit wirklich zu widerstehen.“
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Veranstaltungsort
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Freies Theater Studio im TIK Mecklenburgstr. 28 19053 Schwerin Tel.: 03 85 / 56 24 01 Fax: 03 85 / 56 24 40
info@freies-theater.de
www.freies-theater.de
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25.02.2003 / 01.03.2003
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